Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) war Anfang des Jahres wegen einiger Fehler in seinem jüngsten Klimareport angegriffen worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beauftragte daraufhin einen Zusammenschluss von Forschungsakademien, den InterAcademy Council (IAC), die Arbeit des Klimarates zu untersuchen und Verbesserungsvorschläge zu machen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte das Ergebnis und dankte den Gutachtern für die unabhängige Untersuchung. Angesichts der enormen Herausforderung durch den Klimawandel glaube er, «dass die Welt die bestmöglichen Prognosen von einem Klimarat erhalten muss, der über jeden Zweifel an seiner Professionalität, Objektivität und Durchsichtigkeit erhaben ist», hieß es in einer UN-Erklärung.
Der Chef des UN-Umweltprogrammes UNEP, Achim Steiner, zieht einen positiven Schluss aus dem IAC-Bericht. «Das Wichtigste ist aus meiner Sicht, dass der IPCC in seiner Glaubwürdigkeit in keiner Weise infrage gestellt ist», sagte Steiner der Nachrichtenagentur dpa. Die neuen IAC-Vorschläge für den Weltklimarat stellen nach Ansicht Steiners auch keineswegs die wissenschaftliche Arbeit infrage.
Angesichts der zunehmenden Aufgaben sei es jedoch wichtig, den IPCC entsprechend neu aufzustellen. Steiner verwies darauf, das schon im jüngsten Klimareport nur sehr wenige Fehler aufgetreten seien.
Der federführende IAC-Gutachter Harold Shapiro schlug dem Klimarat im Namen seiner Experten vor, ein Führungsteam zu berufen, das rund ums Jahr für den Rat sprechen könne. Die nur einmal jährlich stattfindenden Plenarsitzungen reichten einfach nicht aus, um die Öffentlichkeit zu informieren. Ebenso sollte das nicht optimal arbeitende Sekretariat in Genf durch einen Exekutivdirektor verstärkt und aufgewertet werden.
Shapiro betonte bei einer Pressekonferenz am UN-Hauptsitz in New York, dass sein Gutachterausschuss «zu keiner Zeit versucht hat, die wissenschaftlichen Hintergründe der Klimaberichte zu beurteilen». Es gehe in dem Bericht nur darum, Mängel in der IPCC-Struktur zu beseitigen.
Dem IAC gehören Experten aus 15 Ländern an. Deutschland wird durch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina vertreten.
Den Bericht des Interacademy Council (IAC) (englisch) finden Sie hier

