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Bericht ´Zur Lage der Welt 2012` (15.05.2012)

Logo Worldwatch InstituteBerlin - Die weltweit wachsende Konsumgesellschaft zerstört die Lebensgrundlage von Menschen und Ökosystemen, warnt der aktuelle Bericht "Zur Lage der Welt 2012" des führenden US-amerikanischen Umweltinstituts Worldwatch, dessen deutsche Ausgabe heute in Berlin vorgestellt wurde.
Es verbleibe nur noch wenig Zeit, um den Umbau der Weltwirtschaft hin zu einer grünen Ökonomie voranzutreiben und die Vorstellung vom "guten Leben" neu zu definieren, so das Fazit der rund 35 Autor/innen des Berichts. Nur so könne nachhaltiger Wohlstand für alle garantiert werden. Herausgeber der deutschen Ausgabe sind die Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch.

Wenige Wochen vor dem Auftakt der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung im Juni in Rio de Janeiro präsentieren die Autor/innen des Berichts praktische Vorschläge, wie Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft eine grüne und faire Lebensweise befördern können. Sie schlagen u.a. vor, mit Hilfe des sog. "Top-Runner"-Programms Anreize für den Kauf von nachhaltigen Produkten zu schaffen. Auch plädieren sie für eine Berücksichtigung von Umweltschäden bei der Besteuerung von Produkten und für eine ökonomische Aufwertung von Ökosystemen, die für lebenswichtige Funktionen wie für sauberes Wasser, fruchtbare Böden oder ein stabiles Klima sorgen. Vor allem Deutschland könne mit der Energiewende weltweit ein positives Zeichen setzen.

MICHAEL RENNER, Projektleiter des Berichts "Zur Lage der Welt 2012" am Worldwatch Institut: "Ich begrüße es, dass das UN-Umweltprogramm (UNEP) das Thema "Green Economy" auf die globale Agenda setzt und aufzeigt, welche positiven Effekte grüne Investitionen auf Beschäftigung, Ressourcen, Emissionen und Umwelt haben könnten. Die Vereinten Nationen zeigen der Welt: Grüne Wirtschaft rechnet sich. Doch eine grüne Wirtschaft entsteht nicht aufgrund von Lippenbekenntnissen. Nur wenn die Staatengemeinschaft den Mut hat, staatliche Rahmenbedingungen zu schaffen, kann die Weltwirtschaft innerhalb ökologischer Grenzen florieren. Deutschland und die Europäische Union sind ein wichtiger Treiber in Rio, sie sollten sich Ende Juni mit ihren umfassenden Erfahrungen mutig und intensiv einbringen."

Prof. Dr. ANNETTE SCHAVAN, Bundesministerin für Bildung und Forschung: "Der Worldwatch-Bericht zeigt: Wissenschaft und Forschung sind immer stärker gefordert, ihrer Verantwortung für die Lösung globaler Probleme gerecht zu werden. Es geht um Internationalisierung und eine Kooperationskultur. Dabei müssen neue Technologien und Erkenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften stärker miteinander verzahnt werden. Deutschland kann dazu, gerade mit Blick auf den Umbau der Energieversorgung, einen großen Beitrag leisten."

RENATE KÜNAST, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, plädiert für die Vorbildfunktion Deutschlands: "Der Umbau der Wirtschaft zu grünem Wachstum ist eine Herkulesaufgabe, sie gleicht in ihrer Dimension der ersten Mondfahrt. Deutschland hat die Verantwortung und die Möglichkeiten, dabei eine Vorreiterrolle einzunehmen und der Welt zu zeigen, dass es gelingen kann. Die Politik ist in der Verantwortung, dafür klare und verlässliche Ziele vorzugeben. Deutschland hat bereits erste Schritte gemacht, aber in vielen Bereichen - von Energie über Verkehr bis zu Ressourceneffizienz - haben wir noch einen enormen Weg vor uns. Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben, das haben schon viele Unternehmer verstanden. Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass es noch mehr werden."

Logo Heinrich Böll StiftungRALF FÜCKS, Vorstand der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung: "Ein 'Green New Deal' für Europa ist nicht nur klimapolitisch notwendig. Er ist zugleich ein zentraler Beitrag zur Überwindung der europäischen Schuldenkrise. Europa wird sich aus der aktuellen Schuldenkrise nicht durch bloße Sparpolitik befreien können. Es braucht nachhaltiges Wachstum, um die öffentlichen Haushalte wieder ins Gleichgewicht zu bringen, die grassierende Arbeitslosigkeit zu überwinden und den Sozialstaat zu finanzieren. Der Aufbau eines europaweiten Verbunds erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze wird Europa an die Spitze der grünen industriellen Revolution katapultieren. Wir haben das Potenzial, um zum Vorreiter für die ökologische Transformation der Industriegesellschaft zu werden. Lasst uns diese Chance nutzen!"

Logo GermanwatchKLAUS MILKE, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch, unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Verantwortung der Unternehmen:"Ohne die positive Beteiligung der Wirtschaft ist eine Green Economy nicht hinzubekommen. Gerade deutsche Unternehmen sollten sich auch für eine verbindliche politische Rahmensetzung stark machen. Gute Unternehmensführung auf freiwilliger Basis reicht nicht aus. Zum Beispiel schaffen nur gesetzliche Offenlegungspflichten die notwendige Transparenz. Die Frage der Verbindlichkeit wird allerdings zwischen Deutschland und der EU derzeit sehr strittig diskutiert." Hierbei geht es vor allem um die Debatte, die unter Federführung des Bundesarbeitsministeriums um die sogenannte CSR-Kommunikation der EU geführt wird.

Die deutsche Ausgabe von "State of the World 2012. Moving Toward Sustainable Prosperity" des Worldwatch Instituts ist unter dem Titel "Zur Lage der Welt 2012. Nachhaltig zu einem Wohlstand für alle. Rio 2012 und die Architektur einer weltweiten grünen Politik" im oekom-Verlag erschienen: Mit Vorworten von Luis A. Ubinas, Robert Engelmann, Ralf Fücks und Klaus Milke sowie einem Sonderbeitrag von Ralf Fücks, Cornelia Heydenreich, Christoph Bals und Klaus Milke (München 2012, 320 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-86581-290-2).

Zahlen, Daten, Fakten
zum Bericht "Zur Lage der Welt 2012" sowie Leseproben auf www.germanwatch.org/de/4414

Terminhinweis: Einladung zur Buchvorstellung und Diskussionsrunde
"Bericht zur Lage der Welt 2012: Nachhaltig zu einem Wohlstand für alle. Rio 2012 und
die Architektur einer weltweiten grünen Politik"
Datum: Dienstag, 15. Mai 2012, 19.00 – 21.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, Berlin-Mitte
Mit: Michael Renner (Worldwatch Institut), Martin Oldeland (B.A.U.M. e.V.), Barbara Unmüßig und Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung), Klaus Milke (Germanwatch)

Für Rezensionsexemplare und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:
Heinrich-Böll-Stiftung
Karoline Richter (ehem. Hutter), Pressereferentin
T +49-(0)30-285 34-202 | 0160 365 7722, E richter@boell.de


Quelle: Germanwatch

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