Der Kompromiss, dessen endgültiger Wortlaut bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag, gibt der Kommission weitgehend freie Hand darüber zu entscheiden, wie viele Zertifikate sie aus dem Markt nimmt und ob die Entnahme permanent erfolgt. In Artikel 19 der Energieeffizienz-Richtlinie wird die EU-Kommission dazu aufgefordert, sobald als möglich einen Lagebericht zu liefern und geeignete Maßnahmen gegen den niedrigen CO2-Preis vorzustellen.
Eine Lösung der Probleme im Europäischen Emissionshandelssystem müsse vor Beginn der dritten Handelsperiode am 1. Januar 2013 gefunden werden, heißt es in dem Kompromisspapier.
"Alle Modalitäten werden der Kommission überlassen", sagte Simone Ruiz, European Policy Director des Emissionshändlerverbandes IETA, in einer ersten Stellungnahme. Sie wertete die Entscheidung als eindeutig bullishes Signal für den CO2-Markt.
Der CO2-Preis reagierte am Donnerstag auch prompt auf die Nachricht über die Einigung im Industrieausschuss und stieg um neun Prozent auf über neun Euro. Der Industrieausschuss stimmt am 28. Februar über die Energieeffizienz-Richtlinie ab.
Der Europaabgeordnete Peter Liese, der das Dossier für den Umweltausschuss betreut, begrüßte, dass "die radikalen Vorschläge der Grünen und Linken" nicht in den Kompromiss aufgenommen wurden. Diese hätten jetzt schon eine Zahl von Zertifikaten festschreiben wollen, die aus dem Markt genommen werden sollte. Das hätte jedoch auch die Benchmarks für die energieintensive Industrie, die auf dem neuesten Stand der Technik produziert, verschärft. (DJ/sir)

