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Schweizer Erfolgsbilanz: 46 Fernwärmenetze mit erneuerbarer Energie gehen in Betrieb (03.09.2010)

Bern - Insgesamt 55 Millionen Franken stellte das eidgenössische Parlament für die Förderung von Fernwärmenetzen mit erneuerbaren Energien oder Abwärme zur Verfügung. Jetzt liegt die äußerst positive wirtschaftliche und energetische Erfolgsbilanz vor: Dank dem Förderprogramm konnten 2009 und 2010 gesamthaft 323 Millionen Franken an Investitionen ausgelöst werden. Sie flossen in 46 mit Holzschnitzeln, Abwärme oder Wärmepumpen betriebene Fernwärmenetze in der ganzen Schweiz, die künftig pro Jahr rund 26'000 Tonnen Heizöl oder 86'000 Tonnen CO2 einsparen werden.

In der Märzsession 2009 stimmte das Parlament dem vom Bundesrat vorgeschlagenen zweiten Stabilisierungsprogramm zur Stützung der schweizerischen Wirtschaft zu und bewilligte dafür einen Nachtragskredit von 710 Millionen Franken für das Jahr 2009. Davon flossen 30 Millionen Franken in ein Förderprogramm für Fernwärmenetze mit erneuerbaren Energien oder Abwärme.

Heizkeller Fernwärme Bild: Pixelio / Daniel RennenGefördert werden sollten damit in der Planung weit fortgeschrittene Projekte, die jedoch aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit noch nicht realisiert werden konnten. Die Fördersumme wurde dabei auf maximal 30% der Investitionskosten oder maximal 5 Millionen Franken pro Projekt festgelegt.

Der Programmstart erfolgte im März 2009. Innerhalb kürzester Zeit gingen 116 Gesuche mit einer beantragten Fördersumme von total über 100 Millionen Franken ein. Diese riesige Nachfrage führte dazu, dass nur sechs Wochen nach dem Start keine weiteren Eingaben mehr berücksichtigt werden konnten. Die Gesuche wurden danach in der Reihenfolge ihrer Eingabe geprüft.

Mit den zur Verfügung stehenden 30 Millionen Franken konnten 2009 schließlich 22 Projekte unterstützt werden. Diese neuen Fernwärmenetze werden nach ihrer Fertigstellung pro Jahr insgesamt rund 174 Millionen Kilowattstunden Wärme liefern. Das entspricht dem Energieinhalt von 14'000 Tonnen Heizöl oder dem Heizölbedarf von 8'200 Einfamilienhäusern. 18 dieser Fernwärmenetze werden mit Holzschnitzeln, 3 mit Abwärme und eines mit Wärmepumpen betrieben.

Um zumindest einen Teil der 2009 nicht berücksichtigten Projekte zu fördern, beschloss das eidgenössische Parlament in der Dezembersession 2009 einen Zusatzkredit von 25 Millionen Franken für das Jahr 2010.

Damit konnten in diesem Jahr weitere 24 Projekte doch noch von einem finanziellen Förderbeitrag profitieren. 15 dieser Anlagen werden mit Holzschnitzeln, 5 mit Abwärme und 4 mit Wärmepumpen betrieben. In diesen Netzen werden nach Fertigstellung pro Jahr insgesamt 150 Millionen Kilowattstunden Wärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme verteilt. Das entspricht dem Energieinhalt von 12'000 Tonnen Heizöl oder dem Heizölbedarf von 7'000 Einfamilienhäusern.

Dank der Nutzung von erneuerbaren Energien und Abwärme werden die 2009 und 2010 geförderten Fernwärmenetze (siehe Liste, PDF) zusammen jährlich insgesamt 26'000 Tonnen Heizöl oder rund 86'000 Tonnen CO2 einsparen.

Doch das Förderprogramm ist nicht nur energetisch ein Erfolg: Mit den 55 Millionen Franken an Fördergeldern wurden Investitionen von gesamthaft 323 Millionen Franken ausgelöst. Davon wurden und werden rund 80 % im Inland wirksam. Außerdem werden die Lieferungen der einheimischen Energie eine langfristige inländische Beschäftigungswirkung haben.

Fernwärme als Erfolgsmodell für die Schweiz
Die große Zahl der angemeldeten Fernwärmeprojekte beweist das enorme Potenzial dieser Art von Wärmeversorgung: Jahr für Jahr müssen in der Schweiz aus Altersgründen rund 500 fossile Heizkessel (Öl oder Gas) mit mehr als 750 kW Heizleistung ersetzt werden. Ein großer Teil davon würde sich ausgezeichnet für ein kleineres oder größeres Fernwärmesystem mit erneuerbaren Energien oder Abwärmenutzung eignen. Ab diesem Jahr verfügen die Kantone über finanzielle Mittel aus der Teilzweckbindung der CO2-Abgabe, um solche Projekte zu unterstützen.


Quelle: BFE Bundesamt für Energie



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