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«Süddeutsche»: Umweltministerium rügt Atomgutachten (02.09.2010)

Berlin - Das Bundesumweltministerium sieht nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» haarsträubende Fehler in dem Atomenergiegutachten, auf das die Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Forderung nach längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke stützt. Eine interne Einschätzung des Ministeriums werfe den Autoren sogar Manipulation vor, schreibt die Zeitung (Freitag).

So sollen die Kosten des Klimaschutzes für die privaten Haushalte mit fast 2000 Euro pro Jahr durch höhere Mieten und Verkehrskosten viel zu hoch angesetzt sein. Dem Umweltministerium zufolge seien Extremfälle «offensichtlich bewusst ausgewählt worden», um «Klimaschutz und Umstrukturierung der Energieversorgung zu diskreditieren».

Bild: Wikimedia cary_bass_CCZudem hätten die Gutachter trotz anderslautenden Auftrags nur die Kosten und nicht die Nutzen einer ambitionierten Klimapolitik betrachtet. Wegen fragwürdiger Annahmen zur Strompreisbildung schnitten Szenarien mit langen Laufzeiten der Kernkraftwerke besser ab.

Die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall müssen dem Bericht zufolge mit einer neuen Kernbrennstoffsteuer von 220 Euro je Gramm Uran oder Plutonium rechnen. Damit sollen pro Jahr 2,3 Milliarden Euro in die Staatskasse fließen. Allerdings solle die Erhebung der Steuer befristet werden. Die Koalitionsspitzen wollen nach dpa- Informationen am Sonntag den Streit um längere Laufzeiten der Kernkraftwerke beilegen. Im Gespräch ist ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Dabei soll auch geklärt werden, wie viel die Stromkonzerne für längere Laufzeiten bezahlen müssen.

Quelle: dpa

Eine Zusammenschau der Kritikpunkte finden Sie unter:

Längere Laufzeiten bringen keine Vorteile für den Klimaschutz (hier)



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