Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Anhörung: Sachverständige verlangen höhere Zuschüsse für KWK-Anlagen (23.04.2012)

Berlin: (hib/HLE) Verbände und Unternehmen der Energiewirtschaft haben eine stärkere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung verlangt. So erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes am Montag, eine Erhöhung der Zuschläge für alle neu installierten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) sei notwendig, um das „sehr ambitionierte Ziel von 25 Prozent KWK-Strom an der Gesamtstromerzeugung bis 2020 zu erreichen“.

Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (17/8801) sieht zwar eine .Erhöhung der Zuschläge auf den Strompreis für KWK-Anlagen vor, die ab 2013 den Betrieb aufnehmen. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Anhebung in Höhe von 0,3 Cent je Kilowattstunde ausschließlich für Anlagen, die dem Emissionszertifikatehandel unterliegen, sei nicht ausreichend, erklärte der BDEW. Die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen werde besser dargestellt als sie in Wirklichkeit sei. Allerdings würden die Deckungsbeiträge (Strompreise, Wärmeerlöse) in der Realität geringer ausfallen als angenommen, die Gaspreise dagegen höher.

deutscher bundestagDer Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) beklagte, es werde immer schwieriger, die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen darzustellen. Deshalb sei es auch nicht zu einer Ausschöpfung des KWK-Fördertopfes gekommen. Statt vorgesehener 750 Millionen Euro seien zuletzt nur 250 Millionen Euro in Anspruch genommen worden. Die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien wirke sich durch eine Verschiebung der Einsatzreihenfolge nachteilig für KWK-Anlagen aus, die ein Sinken erzielbarer Preise und von Einsatzzeiten hinzunehmen hätten. Daher sprach sich auch der VIK für eine Erhöhung der Zuschläge auf 0,5 Cent aus.

Ähnlich argumentierte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der die Stadtwerke vertritt. Die Auslastung von KWK-Anlagen werde aufgrund der zunehmenden Einspeisung von erneuerbaren Energien sinken. Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. (AGFW) wies darauf hin, dass der Strommarkt mit seinen niedrigen Deckungsbeiträgen derzeit Investitionen in Kraftwerke verhindere. Daher müssten die Zuschläge erhöht werden, zumal auch Preise und Kosten im Anlagenbau deutlich gestiegen seien. Der Energieversorger E.ON erwartet fast kein Wachstum bei der Errichtung neuer KWK-Anlagen, da sich die Rahmenbedingungen für Investitionen in konventionelle Energieerzeugung und auch die KWK verschlechtert hätten. Ähnlich äußerten sich der Chemiepark-Betreiber Currenta und der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung.

Der Energiekonzern Vattenfall sprach sich für eine bessere Förderung von Wärmespeichern aus. Dadurch könne die KWK-Stromproduktion von der KWK-Wärmenachfrage entkoppelt werden. Die absolute Förderbegrenzung auf fünf Millionen Euro je Speicherprojekt sollte entweder auf zehn Millionen Euro erhöht oder sogar ganz aufgehoben werden.

Pessimistisch beurteilte Felix Matthes vom Öko-Institut (Berlin) in seiner Stellungnahme die Erwartungen der Bundesregierung. Das Ziel eines Stromerzeugungsanteils von 25 Prozent für die Kraft-Wärme-Kopplung werde unter den bisherigen Rahmenbedingen nicht erreicht werden können. „Selbst ein Anteil von 20 Prozent erscheint ohne weitere Flankierungen nur unter sehr optimistischen Annahmen als erreichbar“, erklärte Matthes. Die Bedeutung besonders kleiner KWK-Anlagen stellte der Stromanbieter „Lichtblick“ heraus. Sogenannte Mini-KWK bis 50 Kilowattstunden elektrischer Leistung könnten miteinander zu virtuellen Kraftwerken vernetzt werden. Dank dezentraler Einspeisung des KWK-Stroms könnten die Stromnetze entlastet und die Netzausbaukosten deutlich reduziert werden.


Quelle: Deutscher Bundestag

© deutscher bundestag



GLS Bank


23.05.2013

Klimawandel schreitet langsam, aber stetig voran

Fraunhofer-Institut entwickelt Solarzelle mit 43,6 Prozent Wirkungsgrad

Umfrage: Unternehmen unterschätzen das Potenzial des Pkw-Labels

Kretschmann lobt Energiewende als ökonomisches Erfolgsmodell

Energieunternehmen fordern Politik zum Handeln auf

Wachstum oder Klimaschutz - EU-Vorstöße in der Energiepolitik

Chinas Solarhersteller werfen EU Protektionismus vor

CO2 - Marktbericht vom 23.05.2013

22.05.2013

Österreichs Grüne kritisieren Novellierung des Klimaschutzgesetzes

01.-02.06 2013: Umweltfestival in Berlin

EU-Parlament will verpflichtenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix ab 2030

VCD und DUH werfen Autoherstellern vor bei Klimaanlagen zu tricksen

CO2 - Marktbericht vom 22.05.2013

21.05.2013

Kretschmann ermutigt Japan zur Energiewende

Deutsche Post startet Einsatz von CO2-freien Zustellfahrzeugen

Studie: CCS-Technologie könnte kosteneffektiv werden

BDEW: Europäischer Energiebinnenmarkt darf nicht durch nationale Alleingänge konterkariert werden

Kongo plant größtes Wasserkraftwerk der Welt - Baubeginn 2015

CO2 - Marktbericht vom 21.05.2013

Bericht: Autobranche bittet im Klimaschutz-Streit Kanzlerin um Hilfe

20.05.2013

Studie: Erderwärmung langsamer - langfristig kein neues Gesamtbild

17.05.2013

Bundesverband Solarwirtschaft zeigt mehr Einsatz für Solarstom-Speicher

Windenergiereport 2012: Branche wächst weiter

Meeresspiegel: Ein Drittel des Anstiegs kommt aktuell von Gletschern

Vulkane sorgen für Klimagas-Schwankungen

Gipfelthemen zur EU-Energiepolitik

Bundestag kippt Verbot von Nachtspeicheröfen

CO2 - Marktbericht vom 17.05.2013

Geologe: An unterirdischer CO2-Speicherung führt kein Weg vorbei