Neben Wellengeneratormotoren liefert Siemens ein Stromerzeugungssystem und Know-how in den Bereichen Power Management und Waste Heat Recovery (WHR). Mit diesem Projekt wird der Ausstoß von Luftschadstoffen in der Schifffahrt maßgeblich verringert. Das Auftragsvolumen liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering (DSME) mit Sitz in Seoul, Südkorea, ist die weltweit zweitgrößte Werft. Im Februar 2011 schloss das Unternehmen einen Vertrag mit der A. P. Moller-Maersk Group (Maersk Line) für den Bau von 20 Containerfrachtern der Triple-E-Klasse. Letztere steht für Skaleneffekte ("Economy of scale") Energieeffizienz und verbesserte Umweltfreundlichkeit.
Die ‚grünen' Containerschiffe der ersten Generation können 18.000 Standardcontainer (TEU) befördern und werden die größten der Welt sein. Die ersten zehn Schiffe sollen 2013 und 2014 ausgeliefert werden, die zweite Serie voraussichtlich 2014 und 2015.
Die größten und umweltfreundlichsten Seefrachter dieser Generation verfügen über ein doppeltes Antriebssystem mit zwei langsam laufenden Motoren, die einen besonders langen Hub aufweisen und separate Propeller antreiben. Ausgestattet mit zwei 3-MW-starken Wellengeneratormotoren (SGM) von Siemens Drive Technologies, die sowohl als Verbraucher oder auch als Stromerzeuger wirken, erreichen die Containerschiffe einen hohen Sicherheitsstandard, der die Stromversorgung unter allen Bedingungen aufrechterhält.
Die Stromerzeugungssysteme SGM, die mit einem Abwärmerückgewinnungssystem (WHRS – Waste Heat Recovery System) gekoppelt sind, spielen eine wichtige Rolle bei der Optimierung der Schiffsantriebe und unterstützen die an Bord befindliche umweltfreundliche Wärmerückgewinnung. Durch das WHR-System werden die Abgase der Maschine aufgefangen und zum Betreiben des kombinierten Abgas-/Dampfturbinensatzes verwendet, der elektrischen Strom erzeugt.
Unter Ausnutzung dieser Energie kann die Stromerzeugung insgesamt mit weniger Kraftstoffverbrauch betrieben werden. Gleichzeitig werden die CO2-Emissionen um circa zwölf Prozent verringert.
Das EcoMain Decision Support System von Siemens trägt zur Optimierung des Energieverbrauchs des Schiffs bei. Es ermöglicht eine individuelle Festlegung von Wartungszyklen, die eine wichtige Rolle bei den Betriebskosten spielen. So liefern die technischen Bordanlagen und -systeme aussagefähige Daten wie Status, Leistung und Effizienz.
Die EcoMain-Kommunikationsplattform optimiert diesen Betrieb und trägt dazu bei, das wirtschaftliche Potenzial des Schiffs voll auszuschöpfen. Durch zahlreiche Bordschnittstellen ist EcoMain in der Lage, Daten von möglichst vielen technischen Systemen zu erfassen. Diese Informationen werden später in einem standardisierten Format aufbereitet und auf einer gemeinsamen Datenplattform verfügbar gemacht. Somit können unter anderem Energieverbrauch, Emissionen, Bunkern von Flüssigkeiten, Wartungspläne sowie das Dokumenten- und Wissensmanagement ausgewertet und nachfolgend optimiert werden.
Das größte Optimierungspotenzial liegt beim Energieverbrauch, bei der Umweltverträglichkeit und bei den Wartungsintervallen. Ein Kernelement der Service-Vereinbarung ist die Entwicklung effektiver Wartungsprogramme und innovativer Technologien und Strategien, die für den Schutz der Anlagen im Falle unvorhergesehener Störungen und Ausfälle benötigt werden. Das Projekt soll Anfang 2015 abgeschlossen sein.

