Die Schifffahrt sei im Vergleich zum Verkehr an Land wenig reglementiert, sagte Katharina Koppe vom Umweltbundesamt beim 22. Meeresumwelt-Symposium am Mittwoch in Hamburg. So betrage der Grenzwert für Schwefel in der Schifffahrt auf hoher See das 3500-fache des Grenzwerts für Verkehr an Land.
Für Ruß-Emissionen gebe es bislang gar keinen internationalen Grenzwert. Gerade mit Blick auf den zunehmenden Schiffsverkehr in der Arktis werde das Thema Ruß jedoch immer wichtiger, sagte Koppe. Rußpartikel beeinflussen, wenn sie sich auf Schnee und Eis ablagern, das Klima. Sie verringern die Reflexion der einfallenden Sonnenstrahlen.
Koppe verwies auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr, die einen Anstieg der Ruß-Emissionen durch die Schifffahrt in der Arktis um 70 bis 130 Prozent in den Jahren 2004 bis 2030 vorhersagt. Wenn neue Routen befahren werden, die heute noch von Eis bedeckt sind, könnte der Anstieg demnach sogar bis zu 500 Prozent betragen.
Koppe forderte ein Verbot von Schweröl als Schiffstreibstoff in der Arktis, denn der hohe Schwefelanteil verhindere den Einsatz von Rußpartikelfiltern. In den antarktischen Gewässern ist Schweröl seit 2011 verboten.

