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Bonner UN-Konferenz lässt «Kyoto II» in der Schwebe (25.05.2012)

Nach den Gipfelbeschlüssen von Durban wieder Ernüchterung: Die Bonner UN-Klimaverhandlungen verliefen schleppend. Dabei drängt die Zeit: Das Kyoto-Protokoll läuft aus. Für den nächsten Gipfel in Doha bleibt viel Arbeit.

Bonn - Die UN-Klimakonferenz in Bonn hat noch nicht den Weg für eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls geebnet. Das Kyoto-Protokoll läuft Ende 2012 aus und vor allem die EU will eine Kontinuität bei diesem einzigen internationalen Klimaschutzregelwerk.

Die Verständigung auf ein Kyoto-Nachfolgeabkommen soll auf dem nächsten Klimagipfel Ende des Jahres in Doha (Katar) erfolgen. Das war auf dem Gipfel in Durban Ende 2011 beschlossen worden. Die EU bekräftigte bei der zweiwöchigen Vorbereitungskonferenz in Bonn, sie wolle «Kyoto II» Anfang 2013 starten. Die EU plädierte für eine achtjährige Laufzeit (2013-2020). Darüber gab es keine Vorverständigung. Acht Jahre Laufzeit würden bedeuten, dass auch Klimaziele so lange festgeschrieben werden - ungeachtet der fortschreitenden Erderwärmung.

Mit der Verlängerung des Kyoto-Protokolls von 2013 an soll die Zeit bis zum Inkrafttreten des anvisierten Weltklimavertrags überbrückt werden. Neben dem Akutproblem «Kyoto II» wurde in Bonn erstmals auch über die Vorgaben von Durban («Durban Plattform») für einen globalen Weltklimavertrag verhandelt. Bis 2015 soll eine Vereinbarung über einen solchen Vertrag erarbeitet werden, der von 2020 an für alle Länder verbindlich gelten soll. Dazu wurde in Bonn ein vages Verhandlungsprogramm beschlossen.

Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, mahnte zum Abschluss der Konferenz am Freitag höhere Ziele bei den Zusagen für die Treibhausgasminderung bis 2020 an. Andernfalls könne das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens plus zwei Grad Celsius nicht erreicht werden.

In Bonn gab es dazu keine Bewegung. Vonseiten der ärmeren Länder und von den Umweltorganisationen wurde insbesondere die EU gedrängt, ihr Ziel zur Verminderung der Treibhausgase zu verschärfen. Statt einer bisher zugesagten Reduzierung um 20 Prozent bis 2020 (gegenüber 1990) solle sie sich zu mindestens minus 30 Prozent verpflichten. Für die EU schloss der Klimadirektor der EU-Kommission, Artur Runge-Metzger, eine solche Anhebung zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.

Die EU-Länder haben mit minus 17 Prozent ihre gesamten Zielverpflichtungen schon fast erreicht. Sie würden «Kyoto II» aber nahezu alleine bestreiten.

Die größten Klimasünder USA und China sind beim Kyoto-Prozess nicht dabei, Kanada ist inzwischen ausgestiegen und auch Russland und Japan haben sich zu «Kyoto II» abweisend positioniert.

Figueres äußerte sich zufrieden mit dem Konferenzverlauf. «Die Verhandlungen sind auf dem richtigen Weg, aber sicherlich fehlt noch das richtige Tempo.» Überwiegend negativ bewerteten Umweltorganisationen die Verhandlungen. «Von der Aufbruchstimmung von Durban war hier nichts mehr zu spüren», erklärte der Leiter der Politischen Vertretung Berlin von Greenpeace, Stefan Krug.


 Von Edgar Bauer, dpa



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