Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Experte: Warmer Januar lässt Arktis-Eis schrumpfen (20.02.2012)

In der Arktis ist die Eisfläche erneut zurückgegangen. Im Januar schrumpfte sie auf den viertniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtung.

Bremerhaven - Die Eisfläche rund um den Nordpol ist in diesem Winter erneut geschrumpft. Im Januar war es in der Arktis so warm, dass die Ausdehnung des Meereises in dem Monat auf den viertniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessung 1979 sank.

Bild: Pixelio/mkjune«Es sind wirklich Gebiete eisfrei, die im langjährigen Mittel gesehen normalerweise bedeckt sind», sagte der Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Professor Rüdiger Gerdes, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Vor allem im europäischen Sektor klaffen viele Löcher in der Eisdecke. Im pazifischen Bereich gibt es dagegen mehr Eis.

Wie hat sich das Eis in der Arktis entwickelt?

Gerdes: «In der Arktis war es im Januar wieder relativ warm. Das Eis ist auf einem niedrigen Stand, insbesondere im europäischen Sektor - also in der Barentssee und sogar in Teilen der Karasee, die noch weiter im Osten liegt. Und das ist recht außergewöhnlich für diese Zeit im Jahr. Es sind wirklich Gebiete eisfrei, die im langjährigen Mittel gesehen normalerweise bedeckt sind.»

Was für eine Ausdehnung hat das Eis zurzeit?

Gerdes: «In der gesamten Arktis sind wir Mitte Februar bei etwas über 14 Millionen Quadratkilometern. Das sind in etwa 1,5 Millionen Quadratkilometer weniger als Anfang der 80er Jahre.»

Wie steht dieser Winter im Vergleich zu den letzten Jahren da?

Gerdes: «Der Januar war bei der Meereisbedeckung der viertniedrigste seit Beginn der Satellitenbeobachtungen Ende der 70er Jahre. Damit liegt der Januar 2012 im Trend der letzten Winter, in denen es ebenfalls eine sehr niedrige Eisbedeckung gab. Im Vergleich zum letzten Winter haben wir aber etwas mehr Eis. Das liegt vor allem daran, dass es im pazifischen Bereich - Beringstraße, Beringmeer - mehr Eis gibt als im langjährigen Mittel.»

Was sind die Gründe für die geringe Eisbedeckung?

Gerdes: «Der Hauptgrund ist wie auch für den starken Rückgang bei der Eisbedeckung im Sommer, dass die Dicke der Eisschicht über längere Zeit geringer geworden ist. Zum einen ist das dem Anstieg der Lufttemperatur geschuldet. Im Winter hängt es aber auch stark damit zusammen, wie weit das wärmere atlantische Wasser in die Barentssee fließen kann und welche Temperatur es hat. Daneben spielt die Eisbewegung eine Rolle, also wie viel Eis aus dem Nordpolarmeer zum Beispiel in südlichere Gebiete vordringen kann.»

Welche Folgen hat es, wenn sich weniger Eis in der Arktis bildet?

Gerdes: «Ob sich weniger Eis aufbaut, wissen wir nicht so genau. Wir können dank der Satellitenbeobachtung zwar die Eisausdehnung sehen, aber die Eisdicke ist deutlich schwieriger. Wenn es tatsächlich so ist, dass die geringe Eisausdehnung ein Indikator für die Dicke ist, dann hat das sicherlich Folgen für den folgenden Sommer. Wenn das Eis unter einer bestimmten Dicke liegt, reicht die Luft- und Wassererwärmung um große Flächen schmelzen zu lassen.»

Satelittenbeobachtung: http://dpaq.de/UsS5B


Interview: Irena Güttel, dpa



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


25.05.2012

EU-Kommissar: CO2-Grenzwerte für Autos nicht weiter absenken

Bonner UN-Konferenz lässt «Kyoto II» in der Schwebe

Brasiliens Präsidentin legt Teilveto gegen Waldgesetz ein

IEA: Global carbon-dioxide emissions increase by 1.0 Gt in 2011 to record high

Juwi will in der Pfalz ´Windgas` produzieren

Frankfurt will Europas Umwelthauptstadt werden

Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie 1600 Kilometer autofahren

Studie: Energieversorger vor dem Umbruch

Wie schnell geht der Ausstieg aus der Kohle?

24.05.2012

Bericht der Umweltorganisationen: Klimawandel bringt irreparable Folgen

GSL: Ökostrommenge hat sich 2011 mehr als verdoppelt

Studie in den Alpen: Keine Zunahme bei Temperaturschwankungen

Erderwärmung gefährdet die großen Meeres-Schildkröten

Bayern: Zuschüsse für kommunale Energiekonzepte

RWE unterzeichnet Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Mehr Steuerförderung für E-Autos - Kabinett billigt Gesetzentwurf

Strengere Grenzwerte für Schiffsabgase gefordert

NABU fordert stärkere Anreize zur Gebäudesanierung - Studie zum Finanzierungsbedarf

23.05.2012

Brüssel veröffentlicht Leitlinien für Kompensation von Strommehrkosten aus Emissionshandel

Eon-Chef Teyssen: 50 Prozent CO2-Einsparung bis 2030 möglich

Stromspender wird zum Riff - Taschenkrebse lieben Windparks

Ramsauer schließt Korrekturen bei Ticketsteuer nicht aus

Bayerische Börse beendet Handel mit CO2-Zertifikaten

´Nanobäumchen` verbilligen Wasserstoff-Gewinnung

Alternative Antriebe: Wissenschaftler erforschen neuen Wasserstoff-Festspeicher

Studie: Stromverbrauch von Rechenzentren sinkt

Solarstrom: Kosten oft bereits unter Endkundenpreis

22.05.2012

Röttgens Abschied - Gauck: Beim Klimaschutz dicke Bretter bohren

Siemens übertrifft seine Nachhaltigkeitsziele

Berliner Informationsstelle Klimaschutz startet Expertenforum

Anpassung an den Klimawandel: Handbuch für den Ostseeraum entwickelt

Altmaier muss Energiewende anschieben

21.05.2012

USA: Hohe Strafzölle für Solarmodule aus China - Erfolg für Solarworld

Österreichische CO2 Registerservicestelle wird aufgelöst

DIW Berlin: Stromnetze mit Bedacht erneuern

Weitere Zinssenkungen der KfW

KfW: Studie über Baseline Ansätze im CDM veröffentlicht

EU-Kommissar für Energieministerium in Berlin

Polen: Stadt will AKW als Ersatz für Kohlekraftwerk

«Rio+20»-Umweltgipfel - Mogelpackung oder Zukunftschance?

20.05.2012

23. Mai: öffentliche Anhörung zur Anhebung des europäischen Klimaziels